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Kleine Pfefferkunde

Echter Pfeffer, seine Verwandten und Doppelgänger: von Piperin-Schärfe bis Szechuan-Prickeln. Wissenswertes zu Kauf, Mahlen und Lagerung.

Warum schmeckt frisch gemahlener Pfeffer besser?

Das Aroma von Pfeffer stammt aus ätherischen Ölen (bis zu 4,8 % bei schwarzem Pfeffer) und dem Alkaloid Piperin. Beim…

Das Aroma von Pfeffer stammt aus ätherischen Ölen (bis zu 4,8 % bei schwarzem Pfeffer) und dem Alkaloid Piperin. Beim Mahlen werden diese Stoffe freigesetzt und beginnen sofort, sich zu verflüchtigen und durch Oxidation abzubauen. Fertig gemahlener Pfeffer aus dem Supermarkt hat einen Großteil seiner Aromastoffe bereits verloren, bevor er in der Küche ankommt. Frisches Mahlen direkt vor dem Würzen stellt sicher, dass das volle Geschmacksspektrum auf dem Teller landet. Das gilt für echten Pfeffer ebenso wie für Szechuan-Varianten, deren Zitrus-Aromen besonders flüchtig sind.

Was ist der Unterschied zwischen schwarzem, weißem, grünem und rotem Pfeffer?

Alle vier Farben stammen von derselben Pflanze (Piper nigrum), entscheidend sind Erntezeitpunkt und Verarbeitung. Grüner Pfeffer wird unreif geerntet und…

Alle vier Farben stammen von derselben Pflanze (Piper nigrum), entscheidend sind Erntezeitpunkt und Verarbeitung. Grüner Pfeffer wird unreif geerntet und in Salzlake eingelegt oder gefriergetrocknet: mild, frisch-fruchtig. Schwarzer Pfeffer wird ebenfalls unreif geerntet, fermentiert dann kurz und trocknet in der Sonne, wobei die Körner ihre runzlige, dunkle Haut bekommen: kräftig-aromatisch mit deutlicher Schärfe. Weißer Pfeffer entsteht aus vollreifen roten Beeren, deren Fruchtschale durch Einweichen entfernt wird – übrig bleibt der Kern: weniger aromatisch, dafür schärfer, da der Piperin-Anteil höher ist. Echter roter Pfeffer besteht aus vollreifen, ungeschälten Beeren: fruchtig-süß mit voller Schärfe, aber sehr selten, da die reifen Beeren leicht verderben. Nicht verwechseln mit Rosa Pfeffer – das sind Beeren des brasilianischen Pfefferbaums, botanisch kein echter Pfeffer.

Was ist der Unterschied zwischen rotem Pfeffer und Rosa Pfeffer?

Die beiden werden häufig verwechselt, haben aber botanisch nichts miteinander zu tun. Echter roter Pfeffer stammt von derselben Pflanze wie…

Die beiden werden häufig verwechselt, haben aber botanisch nichts miteinander zu tun. Echter roter Pfeffer stammt von derselben Pflanze wie schwarzer und weißer Pfeffer (Piper nigrum), es sind vollreife, ungeschälte Beeren. Er ist fruchtig-süß und gleichzeitig scharf, aber eine echte Rarität: Die reifen Beeren verderben leicht und die Ernte ist riskant, da Wind, Regen oder Vögel die Ernte am Strauch gefährden. Echter roter Pfeffer wird auch eingelegt oder aufwendig vakuumgetrocknet angeboten, etwa als roter Kampot-Pfeffer.

Rosa Pfeffer (auch Rosa Beeren genannt) stammt dagegen vom Brasilianischen oder Peruanischen Pfefferbaum (Schinus terebinthifolius bzw. Schinus molle) aus der Familie der Sumachgewächse. Er schmeckt mild, süßlich-fruchtig und nur leicht pikant ohne die typische Piperin-Schärfe echten Pfeffers. Rosa Pfeffer kennt man vor allem als farblichen Akzent in bunten Pfeffermischungen. Auch er ist zu weich für die meisten Mahlwerke und sollte besser im Mörser zerdrückt oder ganz verwendet werden.

Welche Varianten von grünem Pfeffer gibt es und welche eignen sich für die Mühle?

Grüner Pfeffer wird in vier Varianten angeboten: frisch (erhältlich in Asia-Shops), trocken (luft- oder gefriergetrocknet), in Salzlake, Essiglake oder Weinbrand…

Grüner Pfeffer wird in vier Varianten angeboten: frisch (erhältlich in Asia-Shops), trocken (luft- oder gefriergetrocknet), in Salzlake, Essiglake oder Weinbrand eingelegt oder in Meersalz fermentiert, wobei er sich dabei schwarz verfärbt. Für Pfeffermühlen eignet sich ausschließlich getrockneter grüner Pfeffer. Die eingelegten und fermentierten Varianten sind zu weich für ein Mahlwerk und würden es verkleben, frische Beeren ebenso. Getrockneter grüner Pfeffer ist an seiner hellen, olivgrünen Farbe und der leichten, etwas runzeligen Oberfläche erkennbar.

Was ist der Unterschied zwischen echtem Pfeffer und unechtem Pfeffer?

Echter Pfeffer stammt von der Pflanzenart Piper nigrum aus der Familie der Pfeffergewächse. Seine Schärfe verdankt er dem Alkaloid Piperin. Dazu zählen…

Echter Pfeffer stammt von der Pflanzenart Piper nigrum aus der Familie der Pfeffergewächse. Seine Schärfe verdankt er dem Alkaloid Piperin. Dazu zählen schwarzer, weißer, grüner und roter Pfeffer: alles dieselbe Pflanze, unterschiedlich geerntet und verarbeitet. Als „unechte Pfeffer" bezeichnet man Gewürze anderer Pflanzenfamilien, die wegen ihrer Schärfe oder ihres Aussehens als Pfeffer vermarktet werden: Szechuanpfeffer und seine Verwandten (Rautengewächse), Piment (Myrtengewächse), Rosa Pfeffer (Sumachgewächse), Paradieskörner (Ingwergewächse) oder Voatsiperifery (Pfeffergewächse, aber eine andere Gattung). Sie enthalten kein Piperin und schmecken daher grundlegend anders.

Sagt die Größe eines Pfefferkorns etwas über die Qualität aus?

Ja, die Korngröße ist ein etabliertes Qualitätsmerkmal im internationalen Pfefferhandel. Größere Körner weisen in der Regel auf vollere Reife hin…

Ja, die Korngröße ist ein etabliertes Qualitätsmerkmal im internationalen Pfefferhandel. Größere Körner weisen in der Regel auf vollere Reife hin und enthalten mehr ätherische Öle, was zu intensiverem Aroma führt.

Größenklassen bei schwarzem Pfeffer (Siebdurchmesser):

TGSEB (Tellicherry Special Extra Bold): >4,75 mm
TGEB (Tellicherry Extra Bold): 4,25–4,75 mm
TG (Tellicherry): 4,0–4,25 mm
MG (Malabar): 3,5–4,0 mm

Die Größe allein ist jedoch nicht ausschlaggebend. Weitere Qualitätsmerkmale sind Dichte und Gewicht der Körner, Piperin-Gehalt (Schärfe), Anteil ätherischer Öle sowie Feuchtigkeit (Standard: max. 12–13%). Große, schwere Körner mit geringem Bruchanteil gelten als hochwertigster Pfeffer.

Was unterscheidet Timut-Pfeffer von Cumeo-Pfeffer?

Beide werden als Grapefruitpfeffer vermarktet, sind aber nicht identisch. Timut-Pfeffer (Zanthoxylum armatum) stammt aus Nepal, gehört eindeutig zu den Rautengewächsen…

Beide werden als Grapefruitpfeffer vermarktet, sind aber nicht identisch. Timut-Pfeffer (Zanthoxylum armatum) stammt aus Nepal, gehört eindeutig zu den Rautengewächsen und bringt neben dem intensiven Zitrus-Limetten-Aroma die typische prickelnde Betäubung der Szechuan-Familie mit. Cumeo-Pfeffer wird vor allem in Vietnam wildgesammelt. Er liefert ein ähnlich kräftiges Grapefruit-Aroma, jedoch ohne den betäubenden Effekt. Seine botanische Zuordnung ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt, diskutiert werden Lorbeergewächse oder Rautengewächse. In der Mühle verhalten sich beide gleich gut, da es sich jeweils um leichte, hohle Fruchtschalen handelt.

Was ist Szechuanpfeffer und welche Varianten gibt es?

Szechuan- oder Sichuanpfeffer gehört zur Gattung Zanthoxylum aus der Familie der Rautengewächse, also kein echter Pfeffer, sondern ein Verwandter der Zitrusgewächse. Sein…

Szechuan- oder Sichuanpfeffer gehört zur Gattung Zanthoxylum aus der Familie der Rautengewächse, also kein echter Pfeffer, sondern ein Verwandter der Zitrusgewächse. Sein Markenzeichen ist die prickelnde, leicht betäubende Wirkung auf der Zunge, verursacht durch den Inhaltsstoff Hydroxyl-alpha-Sanshool. Die wichtigsten Varianten: Szechuanpfeffer (Z. piperitum) aus China: blumig, mit moderater Betäubung. Timut-Pfeffer (Z. armatum) aus Nepal: ausgeprägt zitronig-frisch, intensivere Betäubung. Andaliman-Pfeffer aus Sumatra: limonenartig, ebenfalls Wildsammlung. Sansho aus Japan: fein-zitronig, besonders mild. Allen gemeinsam: Sie bestehen aus hohlen Fruchtschalen, nicht aus massiven Körnern.

Was ist Cayennepfeffer?

Trotz des Namens hat Cayennepfeffer botanisch nichts mit echtem Pfeffer (Piper nigrum) zu tun. Es handelt sich um scharfe Chilischoten…

Trotz des Namens hat Cayennepfeffer botanisch nichts mit echtem Pfeffer (Piper nigrum) zu tun. Es handelt sich um scharfe Chilischoten der Gattung Capsicum, meist aus der Art Capsicum annuum. Die Schärfe entsteht durch Capsaicin, nicht durch Piperin. Der irreführende Name geht auf die europäischen Entdecker zurück, die in der Neuen Welt alles, was scharf schmeckte, als „Pfeffer” bezeichneten. So wurde aus der Chili von Cayenne (Französisch-Guayana) der „Cayennepfeffer”. Ähnlich verhält es sich mit Bezeichnungen wie „Spanischer Pfeffer” für Paprika. Cayennepfeffer liegt typischerweise bei 30.000 bis 50.000 Scoville Heat Units (SHU) und wird ganz, geschrotet, meistens aber fein gemahlen angeboten. Für die klassische Pfeffermühle mit Stahl- oder Keramikmahlwerk ist er nicht bzw. bedingt geeignet, da er anders als ganze Pfefferkörner keine harte Kornstruktur besitzt.

Mehr zu Chilis, ihrer Schärfe, Verwendung und den verschiedenen Capsicum-Arten finden Sie in unserer Kleinen Chilikunde.​​​​​​​​​​​​​​​​

Warum heißen verschiedene Pfeffersorten manchmal gleich?

In der Welt der Gewürze tragen völlig unterschiedliche Pflanzen nicht selten denselben umgangssprachlichen Namen. So kann „Guineapfeffer” sowohl die fruchtigen…

In der Welt der Gewürze tragen völlig unterschiedliche Pflanzen nicht selten denselben umgangssprachlichen Namen. So kann „Guineapfeffer” sowohl die fruchtigen Paradieskörner als auch den bitter-rauchigen Selim-Pfeffer meinen. „Grapefruitpfeffer” steht wahlweise für Timut oder Cumeo. Und „Urwaldpfeffer” bezeichnet je nach Anbieter den seltenen Voatsiperifery aus Madagaskar oder wilden Pfeffer aus Indien. Ähnliche Überschneidungen gibt es bei „Bergpfeffer”, „Mohrenpfeffer” und „Langpfeffer”. Wer sichergehen möchte, das richtige Gewürz zu bekommen, achtet beim Kauf auf den botanischen (lateinischen) Namen. Er ist das einzige verlässliche Unterscheidungsmerkmal.

Eignen sich auch Pfeffermischungen zum frischen Mahlen?

Ja, auch Pfeffermischungen profitieren deutlich vom frischen Mahlen, allerdings mit Einschränkungen.  Reine Pfeffermischungen wie bunter Pfeffer (auch "Vier Jahreszeiten" genannt) eignen…

Ja, auch Pfeffermischungen profitieren deutlich vom frischen Mahlen, allerdings mit Einschränkungen. 

Reine Pfeffermischungen wie bunter Pfeffer (auch "Vier Jahreszeiten" genannt) eignen sich hervorragend für die Mühle, da alle Sorten ähnliche Härte aufweisen. 
Gewürzmischungen wie Pariser Pfeffer oder Königspfeffer enthalten unterschiedlich harte Komponenten (Pfeffer, Koriander, Piment u.a.), die ungleichmäßig mahlen. Hier empfiehlt sich der Mörser für optimale Ergebnisse.
Fertige Würzmischungen wie Steak-Pfeffer, die Salz oder getrocknete Kräuter enthalten, sollten nicht in der Mühle gemahlen werden, da sie verkleben und das Mahlwerk verstopfen können.

Eignet sich Senf zum Mahlen?

Ja, Senf lässt sich hervorragend mahlen! Lange bevor Pfeffer für jedermann erschwinglich wurde, war Senf jahrhundertelang das schärfste Gewürz Europas.…

Ja, Senf lässt sich hervorragend mahlen! Lange bevor Pfeffer für jedermann erschwinglich wurde, war Senf jahrhundertelang das schärfste Gewürz Europas. Frisch gemahlen und mit Wasser angereichert entfalten Senfkörner ihre volle Aromatik und charakteristische Schärfe.

Gelbe bzw. Weiße Senfkörner (Sinapis alba) sind milder und können vor der Verwendung kurz angeröstet oder im Gericht mitgeschmort werden. Die Körner werden durch Köcheln weich und essbar, sie müssen nicht entfernt werden.
Brauner Senf (Brassica juncea) entwickelt eine deutlich schärfere Note und wird gerne in der asiatischen Küche eingesetzt. Beide Sorten lassen sich problemlos in unseren Mühlen mahlen.

Wie lagere ich Pfeffer richtig?

Pfeffer sollte kühl, trocken und vor allem lichtgeschützt aufbewahrt werden, am besten in einem luftdicht verschließbaren Gefäß. Ganze Körner halten…

Pfeffer sollte kühl, trocken und vor allem lichtgeschützt aufbewahrt werden, am besten in einem luftdicht verschließbaren Gefäß. Ganze Körner halten ihr Aroma bei richtiger Lagerung deutlich länger als gemahlener Pfeffer, da die ätherischen Öle in den intakten Körnern eingeschlossen bleiben. Bereits gemahlener Pfeffer verliert innerhalb weniger Wochen spürbar an Aroma. Die hohlen Fruchtschalen der Szechuan-Varianten (Timut, Cumeo, Andaliman) sind besonders empfindlich, hier ist ein aromadichtes Gefäß besonders wichtig.

Kleine Kaffeekunde

Von Arabica bis Robusta, von Röstgrad bis Mahlgrad: die wichtigsten Grundlagen für besseren Kaffee aus der eigenen Mühle.

Welche Kaffeesorten gibt es und wie unterscheiden sie sich?

Kommerziell relevant sind vor allem zwei Arten: Arabica (Coffea arabica) und Robusta (Coffea canephora). Arabica macht rund 60–70 % der…

Kommerziell relevant sind vor allem zwei Arten: Arabica (Coffea arabica) und Robusta (Coffea canephora). Arabica macht rund 60–70 % der Weltproduktion aus, wächst in höheren Lagen (800 bis 2.300 m) und liefert ein mildes, fruchtiges, oft komplexes Aroma mit feiner Säure. Der Koffeingehalt liegt bei etwa 1,1 bis 1,5 %. Robusta gedeiht in niedrigeren, heißeren Lagen, ist widerstandsfähiger gegen Schädlinge und schmeckt kräftiger, erdiger und bitterer. Sein Koffeingehalt ist mit 1,7 bis 4 % fast doppelt so hoch wie bei Arabica. In Espressomischungen sorgt ein Robusta-Anteil für eine stabilere Crema und mehr Körper. „100 % Arabica" ist übrigens kein automatisches Qualitätsversprechen; entscheidend sind Anbau, Ernte und Röstung. Daneben existiert mit Liberica noch eine dritte, kommerziell aber unbedeutende Art mit fruchtig-intensivem Geschmack.

Was bedeuten helle, mittlere und dunkle Röstung?

Die Röstung bestimmt maßgeblich, wie der Kaffee schmeckt. Bei heller Röstung bleiben die ursprünglichen Aromen der Bohne (fruchtig, blumig, säurebetont)…

Die Röstung bestimmt maßgeblich, wie der Kaffee schmeckt. Bei heller Röstung bleiben die ursprünglichen Aromen der Bohne (fruchtig, blumig, säurebetont) am stärksten erhalten. Mittlere Röstungen balancieren Fruchtsäure und Röstaromen aus: der Kaffee schmeckt ausgewogen, oft nussig-karamellig. Dunkle Röstungen bringen kräftige, bittere, rauchig-schokoladige Noten hervor, während die bohnenspezifische Säure weitgehend abgebaut wird. Typische Espressoröstungen sind daher dunkler, klassischer Filterkaffee eher mittel geröstet. Der Koffeingehalt verändert sich durch die Röstung kaum. Heller gerösteter Kaffee enthält mengenmäßig sogar minimal mehr Koffein, da die Bohnen weniger Masse verlieren.

Welcher Mahlgrad passt zu welcher Zubereitungsart?

Die Grundregel lautet: Je kürzer die Kontaktzeit zwischen Wasser und Kaffeepulver, desto feiner muss der Mahlgrad sein. Extrafein (puderzuckerartig) für…

Die Grundregel lautet: Je kürzer die Kontaktzeit zwischen Wasser und Kaffeepulver, desto feiner muss der Mahlgrad sein. Extrafein (puderzuckerartig) für türkischen Mokka, bei dem Kaffeepulver und Wasser gemeinsam aufgekocht werden. Fein (wie feiner Sand) für Espresso aus der Siebträgermaschine, wo das Wasser in nur 25 bis 30 Sekunden mit hohem Druck durch das Mehl gepresst wird. Mittel bis fein für den Espressokocher (Mokkakanne/Bialetti), der mit deutlich weniger Druck arbeitet. Mittel für Filterkaffee und Handfilter (Pour Over) mit einer Kontaktzeit von einigen Minuten. Grob (wie grobes Meersalz) für die French Press, bei der das Kaffeepulver 4 bis 6 Minuten im Wasser zieht, sowie für Cold Brew mit seiner stundenlangen Extraktion. Ist der Mahlgrad zu fein für die gewählte Methode, wird der Kaffee bitter (Überextraktion); ist er zu grob, schmeckt er wässrig und säuerlich (Unterextraktion).

Warum schmeckt frisch gemahlener Kaffee besser?

Beim Rösten entstehen in der Kaffeebohne bis zu 800 verschiedene Aromastoffe. Solange die Bohne intakt ist, sind diese Stoffe (ätherische…

Beim Rösten entstehen in der Kaffeebohne bis zu 800 verschiedene Aromastoffe. Solange die Bohne intakt ist, sind diese Stoffe (ätherische Öle, Kaffeeöle, gebundenes CO₂) weitgehend eingeschlossen und geschützt. Beim Mahlen wird die Oberfläche der Bohne vervielfacht, und Aromen, Öle und CO₂ entweichen schlagartig. Bereits nach wenigen Minuten an der Luft beginnt der Oxidationsprozess, der die flüchtigen Aromastoffe zersetzt. Fertig gemahlener Kaffee aus der Packung hat einen Großteil seines Geschmackspotenzials bereits verloren, bevor er in die Tasse kommt. Frisch mahlen unmittelbar vor dem Aufbrühen ist daher der wirksamste Schritt zu besserem Kaffee, unabhängig von Zubereitungsart und Preisklasse der Bohne.

Wie lagere ich Kaffeebohnen und gemahlenen Kaffee richtig?

Kaffee hat vier natürliche Feinde: Sauerstoff, Licht, Feuchtigkeit und Wärme. Am besten bewahrt man ganze Bohnen in einem luftdicht verschließbaren,…

Kaffee hat vier natürliche Feinde: Sauerstoff, Licht, Feuchtigkeit und Wärme. Am besten bewahrt man ganze Bohnen in einem luftdicht verschließbaren, lichtundurchlässigen Behälter bei Raumtemperatur auf. Nicht im Kühlschrank, da dort Feuchtigkeit und Fremdgerüche eindringen können. Ganze Bohnen halten ihr Aroma bei richtiger Lagerung mehrere Wochen nach dem Röstdatum; bereits gemahlener Kaffee verliert dagegen schon innerhalb weniger Tage spürbar an Geschmack. Darum gilt: Immer ganze Bohnen kaufen und erst kurz vor der Zubereitung mahlen. Wer größere Mengen kauft, kann die Bohnen portionsweise einfrieren, allerdings nur einmal, da wiederholtes Auftauen Kondensation und damit Aromaverlust verursacht.

Was hat die Handmühle dem elektrischen Mahlwerk voraus?

Wärme ist der größte Feind des Kaffeearomas beim Mahlen. Elektrische Mühlen erreichen je nach Bauart hohe Drehzahlen, die Reibungswärme erzeugen…

Wärme ist der größte Feind des Kaffeearomas beim Mahlen. Elektrische Mühlen erreichen je nach Bauart hohe Drehzahlen, die Reibungswärme erzeugen können, besonders bei Scheibenmahlwerken und längeren Mahlvorgängen. Diese Wärme verändert die empfindlichen Kaffeeöle und kann den Geschmack negativ beeinflussen. Handmühlen arbeiten naturgemäß mit sehr niedrigen Drehzahlen und erzeugen praktisch keine Wärme. Das Mahlen ist besonders aromaschonend. Die meisten hochwertigen Handmühlen sind mit einem Kegelmahlwerk ausgestattet, das die Bohnen gleichmäßig zerkleinert. Weitere Vorteile: kein Stromanschluss nötig, kompakte Größe, leiser Betrieb und weniger Totraum, in dem sich altes Kaffeemehl ablagern kann. Der Nachteil: Handmühlen sind langsamer und eignen sich eher für einzelne Portionen. Wer täglich mehrere Tassen oder Espresso für Gäste zubereitet, greift besser zur elektrischen Mühle, idealerweise mit Kegelmahlwerk, das auch motorisiert vergleichsweise wenig Wärme entwickelt.

Kleine Chilikunde

Von milder Paprika bis zur Carolina Reaper: Capsicum-Arten, Schärfegrade und was beim Mahlen von Chili zu beachten ist.

Was ist der Unterschied zwischen Chili, Peperoni und Paprika?

Alle drei gehören zur Gattung Capsicum aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) und stammen ursprünglich aus Mittel- und Südamerika. Die…

Alle drei gehören zur Gattung Capsicum aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) und stammen ursprünglich aus Mittel- und Südamerika. Die Bezeichnungen sind regional gewachsen, nicht botanisch trennscharf. „Paprika” meint im Deutschen meist die großen, milden Gemüsesorten (0 SHU). „Peperoni” bezeichnet hierzulande schlanke, leicht scharfe Schoten (100 bis 1.000 SHU), in Italien allerdings auch milde Sorten. „Chili” ist der Sammelbegriff für alle scharfen Vertreter der Gattung. In der Praxis gibt es fließende Übergänge: Eine mild gezüchtete Jalapeño und eine scharfe Spitzpaprika können dichter beieinander liegen als ihre Namen vermuten lassen.

Welche Chili-Arten gibt es?

Von den rund 35 bekannten Capsicum-Wildarten werden fünf kultiviert: Capsicum annuum ist die mit Abstand verbreitetste Art und umfasst die…

Von den rund 35 bekannten Capsicum-Wildarten werden fünf kultiviert:

Capsicum annuum ist die mit Abstand verbreitetste Art und umfasst die gesamte Bandbreite von der Gemüsepaprika über Jalapeño und Cayenne bis zum Serrano. C. chinense (der Name ist irreführend, die Art stammt nicht aus China, sondern aus dem Amazonasbecken) liefert die meisten extrem scharfen Sorten: Habanero, Scotch Bonnet, Bhut Jolokia und die aktuellen Rekordhalter wie Carolina Reaper. C. frutescens ist die Art des Tabasco-Chilis, insgesamt sortenarm, aber weltweit verbreitet. C. baccatum ist vor allem in Südamerika zuhause; die bekanntesten Vertreter sind die Ají-Sorten der peruanischen und bolivianischen Küche. C. pubescens schließlich ist die einzige bedingt frostfeste Art mit auffällig behaarten Blättern und schwarzen Samen. Ihre Vertreter heißen Rocoto (Peru) oder Manzano (Mexiko) und gedeihen im Hochland.

Was macht Chilis scharf?

Für die Schärfe ist der Stoff Capsaicin verantwortlich, ein Alkaloid, das die Schmerzrezeptoren im Mund anspricht. Das Gehirn interpretiert dieses…

Für die Schärfe ist der Stoff Capsaicin verantwortlich, ein Alkaloid, das die Schmerzrezeptoren im Mund anspricht. Das Gehirn interpretiert dieses Signal als Hitze, obwohl keine tatsächliche Temperaturerhöhung stattfindet. Der Körper reagiert mit Durchblutungssteigerung, Schwitzen und Endorphinausschüttung. Das meiste Capsaicin sitzt nicht in den Samen, sondern in der Plazenta, dem hellen Gewebe im Inneren der Frucht, an dem die Samen hängen. Wer die Schärfe reduzieren möchte, entfernt daher die Scheidewände und Kerne. Interessant: Vögel besitzen keine Capsaicin-Rezeptoren. Sie fressen Chilis ohne Schmerzempfinden und verbreiten die Samen über weite Strecken. Genau dafür hat die Pflanze den Stoff entwickelt: Säugetiere, die die Samen zerkauen würden, werden abgeschreckt; Vögel, die sie unbeschadet weitertragen, nicht.

Wie wird Chilischärfe gemessen?

 Die Schärfe wird in Scoville Heat Units (SHU) angegeben, benannt nach dem amerikanischen Pharmakologen Wilbur Scoville, der die Skala 1912…

 Die Schärfe wird in Scoville Heat Units (SHU) angegeben, benannt nach dem amerikanischen Pharmakologen Wilbur Scoville, der die Skala 1912 entwickelte. Sein ursprünglicher Test war subjektiv: Eine Chili-Lösung wurde so lange verdünnt, bis Testpersonen keine Schärfe mehr wahrnahmen. Heute wird der Capsaicin-Gehalt per Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC) im Labor bestimmt und in SHU umgerechnet. Die Skala reicht von 0 (Gemüsepaprika) bis 16.000.000 (reines Capsaicin). Zur Orientierung: Jalapeño liegt bei 2.500 bis 8.000 SHU, Cayenne bei 30.000 bis 50.000, Habanero bei 100.000 bis 350.000 und die Carolina Reaper bei bis zu 2.200.000 SHU. Wichtig: Die Werte beziehen sich auf getrocknete Schoten und unterliegen starken natürlichen Schwankungen je nach Anbauort, Klima, Bewässerung und Reifegrad.

Was ist der Unterschied zwischen Chiliflocken, Chilipulver und Cayennepfeffer?

Chiliflocken (auch Crushed Red Pepper oder Pul Biber) sind grob zerkleinerte, getrocknete Chilischoten mitsamt Kernen. Je nach Sorte variiert die…

Chiliflocken (auch Crushed Red Pepper oder Pul Biber) sind grob zerkleinerte, getrocknete Chilischoten mitsamt Kernen. Je nach Sorte variiert die Schärfe stark. Chilipulver ist fein gemahlener Chili, manchmal sortenrein (etwa Ancho, Guajillo, Chipotle), manchmal als Mischung mit Kreuzkümmel, Oregano und Knoblauch (typisch für amerikanisches „Chili Powder”). Cayennepfeffer ist weder Pfeffer noch eine fest definierte Sorte, sondern fein gemahlenes Pulver aus scharfen Chilisorten der Capsicum-annuum-Gruppe (meist 30.000 bis 50.000 SHU). Der Name leitet sich von der Stadt Cayenne in Französisch-Guayana ab.

Kann man Chiliflocken in der Mühle mahlen?

Getrocknete Chilischoten und Chiliflocken lassen sich grundsätzlich in einer Gewürzmühle mit Keramikmahlwerk zerkleinern. Entscheidend ist, dass die Flocken oder Stücke…

Getrocknete Chilischoten und Chiliflocken lassen sich grundsätzlich in einer Gewürzmühle mit Keramikmahlwerk zerkleinern. Entscheidend ist, dass die Flocken oder Stücke wirklich durchgetrocknet sind; Restfeuchtigkeit verklebt das Mahlwerk. Pfeffermühlen mit Stahlmahlwerk sind weniger geeignet, da Chilis weicher sind als Pfefferkörner und anders gebrochen werden müssen. Ein Keramikmahlwerk zerreibt die spröden Flocken zuverlässiger. Ganze getrocknete Schoten sollten vorher grob zerkleinert werden, damit sie ins Mahlwerk passen. 
Speziell für Chili ausgelegt ist unsere Chilimühle mit Reibmahlwerk. Gerade bei sehr scharfen Sorten lässt sich damit die Menge fein dosieren, ohne dass man direkt zu viel erwischt. Eine weitere gute Option ist unser Mörser: Er zerkleinert nicht nur zuverlässig, sondern setzt durch das Reiben auch die ätherischen Öle frei.​​​​​​​​​​​​​​​​

Kleine Rindenkunde

Zimt, Cassia und Chinarinde: botanisch verwandt, verwechselt oder völlig unterschiedlich, und alle drei ein Fall für das Keramikmahlwerk.

Was ist der Unterschied zwischen Zimt und Cassia?

Ceylon-Zimt gilt als "echter Zimt" und stammt von der Rinde des Ceylon-Zimtbaums (Cinnamomum verum), der vor allem in Sri Lanka…

Ceylon-Zimt gilt als "echter Zimt" und stammt von der Rinde des Ceylon-Zimtbaums (Cinnamomum verum), der vor allem in Sri Lanka wächst. Er ist mild, fein und leicht süßlich im Aroma. Cassia, auch Chinesischer Zimt oder Zimtkassie genannt (Cinnamomum cassia), wird häufig als "falscher Zimt" bezeichnet – botanisch ist er nicht mit dem echten Zimt verwandt, sondern eine eigenständige Art. Cassia stammt vor allem aus China, Indonesien und Vietnam und hat ein deutlich kräftigeres, schärferes Aroma als Ceylon-Zimt.

Warum sollte man Zimt und Cassia frisch mahlen statt fertig gemahlen zu kaufen?

Rinden verlieren nach dem Mahlen schnell an ätherischen Ölen, die für das Aroma verantwortlich sind. Fertig gemahlener Zimt schmeckt daher…

Rinden verlieren nach dem Mahlen schnell an ätherischen Ölen, die für das Aroma verantwortlich sind. Fertig gemahlener Zimt schmeckt daher oft schwächer und weniger differenziert. Frisch gemahlen entfalten Zimt und Cassia ihr volles Aroma direkt im Moment der Verwendung.

Kann man Zimt und Cassia in der Gewürzmühle mahlen?

Ja, in gebrochener oder geschnittener Form lassen sich beide Rinden mit einem Keramikmahlwerk problemlos mahlen. Ganze Zimtstangen sind für die…

Ja, in gebrochener oder geschnittener Form lassen sich beide Rinden mit einem Keramikmahlwerk problemlos mahlen. Ganze Zimtstangen sind für die meisten Mühlen zu hart und faserig und sollten vorher gebrochen werden.

Wofür werden Zimt und Cassia verwendet?

Beide eignen sich für süße Speisen wie Gebäck, Desserts und Getränke, aber auch für herzhafte Gerichte, etwa in der orientalischen…

Beide eignen sich für süße Speisen wie Gebäck, Desserts und Getränke, aber auch für herzhafte Gerichte, etwa in der orientalischen oder asiatischen Küche, in Currys, Schmorgerichten oder Glühwein. Cassia wird aufgrund seines kräftigeren Aromas besonders gern für herzhafte und intensiv gewürzte Speisen verwendet.

Kann man mit der Mühle auch Chinarinde mahlen?

Nicht zu verwechseln mit Cassia ist die Chinarinde (Cinchona), eine botanisch völlig andere Rinde. Trotz ihres Namens stammt sie nicht…

Nicht zu verwechseln mit Cassia ist die Chinarinde (Cinchona), eine botanisch völlig andere Rinde. Trotz ihres Namens stammt sie nicht aus China, sondern ursprünglich aus den Anden Südamerikas, vor allem aus Peru, Ecuador und Bolivien. Sie enthält den Bitterstoff Chinin und wird traditionell zur Herstellung von Tonic Water oder Bitter Lemon verwendet. Mit dem Keramikmahlwerk unserer Gewürzmühlen lässt sich Chinarinde frisch mahlen und direkt für selbstgemachtes Tonic Water verwenden. In Verbindung mit Filterkaffee oder Espresso – frisch gemahlen mit unserer Kaffeemühle – entsteht daraus Espresso Tonic, eine erfrischende Sommerkreation.

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Gegründet als kreativer Arm für das Merchandising der geplanten Seephilharmonie, ist die Seemühlen Manufaktur mehr als ein klassisches Designlabel: Sie ist ein Ort, an dem Musik, Form und Material eine gemeinsame Sprache suchen. Unsere Produkte entstehen aus dem Anspruch, Dinge mit Haltung zu schaffen: reduziert, hochwertig, durchdacht. Einige Stücke entstehen im Geist des Upcyclings, als neue Formen aus vorhandener Substanz. Nicht aus Verzicht, sondern aus Wertschätzung.
Nicht alles, was wir fertigen, war schon etwas anderes. Doch alles, was wir gestalten, folgt einer Idee.